Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Passau
Natur schützen an drei Flüssen

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Erdbrüstmoor wird renaturiert Text Paul Kastner, Fotos:P. Kastner, H. Pritz, R. Kern

Im Stadtgebiet von Passau soll auf einem ca. 6 ha großen Fläche ein für die Stadtund die ganze Region bedeutsames Naturschutzprojekt verwirklicht werden.Neben der Verbesserung bestehender Feuchtwiesen und Naturwaldentwicklung sollein einst wertvolles Moorgebiet, das mit Entwässerungsgräben durchzogen und mitFichten aufgeforstet wurde, renaturiert werden. Beim „Erdbrüstmoor“ handelt es sich um ein einst hochwertiges Übergangsmoor. Übergangsmoore sind in der Regel die Vorstufe zum Hochmoor. Ihre Artenvielfalt ist jedoch größer als die reiner Hochmoore. Sie sind Hauptrückzugsgebiet mehrer nochaus der Eiszeit stammender Pflanzen- und Tierarten.

Dieses Vorhaben ist auch deshalb von großer Bedeutung da es im Bereich derStadt Passau sowie seiner Nachbargemeinden keine Moore mehr gibt.Forscht man in der Stadtgeschichte zeigt sich, dass noch bis in die Mitte des 20.Jahrhundertsmehrere Kleinmoore vorhanden waren. Im Stadtteil Kohlbruck und Haidenhof gab es sogar bis ins 16.Jahrhundert ein größeres Hochmoor.Quellen berichten das ein Weg aus angekohlten Knüppeln (Kohlbruck) durch dieses Moor führte.Mayenberg erwähnt 1876 in seiner Aufzählung der Pflanzen um Passau für den Bereich” zwischen Lindau und Rabengut“ (Erdbüstmoor) folgende Pflanzenarten die nur auf Feucht- und Moorgebieten vorkommen.
Raue Segge (Carex davalliana), Sondersegge (Carex dioica), Lückensegge (Carex distans), Saumsegge (Carex hostiana), Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Zierliches Wollgras (Eriophorum gracile; ob korrekt?), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Nordisches Labkraut (Galium boreale), Knotenbinse (Juncus subnodulosus), Preußisches Laserkraut (Laserpitium prutenicum), Moor-Bärlapp (Lycopodiella inundata), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Gewöhnliches Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Weißes Schnabelriet (Rhynchospora alba), Herst-Drehwurz (Spiranthes spiralis), Simsenlilie (Tofieldia calyculata), Alpen-Haargras (Trichophorum alpinum.

a_Erdbrustmoor1 Moorkörper

2 Renaturierung des Erdbrüstbaches

3 Entwicklung einer Streuwiese

6 Fläche Bund Naturschutz

Dieses Vorhaben ist auch deshalb von großer Bedeutung da es im Bereich derStadt Passau sowie seiner Nachbargemeinden keine Moore mehr gibt.Forscht man in der Stadtgeschichte zeigt sich, dass noch bis in die Mitte des 20.Jahrhundertsmehrere Kleinmoore vorhanden waren. Im Stadtteil Kohlbruck und Haidenhof gab es sogar bis ins 16.Jahrhundert ein größeres Hochmoor.Quellen berichten das ein Weg aus angekohlten Knüppeln (Kohlbruck) durch dieses Moor führte.Mayenberg erwähnt 1876 in seiner Aufzählung der Pflanzen um Passau für den Bereich” zwischen Lindau und Rabengut“ (Erdbüstmoor) folgende Pflanzenarten die nur auf Feucht- und Moorgebieten vorkommen.
Raue Segge (Carex davalliana), Sondersegge (Carex dioica), Lückensegge (Carex distans), Saumsegge (Carex hostiana), Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Zierliches Wollgras (Eriophorum gracile; ob korrekt?), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Nordisches Labkraut (Galium boreale), Knotenbinse (Juncus subnodulosus), Preußisches Laserkraut (Laserpitium prutenicum), Moor-Bärlapp (Lycopodiella inundata), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Gewöhnliches Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Weißes Schnabelriet (Rhynchospora alba), Herst-Drehwurz (Spiranthes spiralis), Simsenlilie (Tofieldia calyculata), Alpen-Haargras (Trichophorum alpinum.

a_Lausekraut-aa_IMG_0376aa_Feurersalamanderlarve_Paul_Kastner_Bund_Naturschutz_Passaua_Quelle_Erbrustmoor_Paul_Kastner__Bund_Naturschutz_Passau

Der heutige Zustand dieses wertvollen Gebietes stellt sich ganz anders dar als noch vor 40 Jahren als dieses Feuchtgebiet noch Offenland war und als Streuwiese genutzt wurde. Die heutige Besitzerin berichtet, dass sie als Kind auf schwankenden Moorboden geschaukelt hat.
Leider ist diese Feuchtfläche von dem damaligen Trend, schwer zu bewirtschaftende Flächen trocken zu legen und mit Fichten aufzuforsten nicht verschont geblieben.
Durch diesen Eingriff sind die oben aufgeführten seltenen Pflanzen verschwunden. Der Moorkörper selbst ist jedoch in seiner Mächtigkeit, trotz der Entwässerungsmaßnahmen, erhalten geblieben. In Rand- bereichen finden sich noch heute Pfeiffengraswiesen , Torfmoos-
gesellschaften, das gefährdete Filzmoos (Trichocolea tomentella) sowie Seidelbast, Goldhahnenfuß und Süße Wolfsmilch.

a_Erdbrustmoor_Foto_Horst_Pritza_Erdbrustmoor2_Foto_Horst_Pritz

Nachdem eine große Mehrheit des Passauer Stadtrates (außer CSU) finanzielle Mittel für den Ankauf der größten Fläche beschlossen hat kann 2009 mit Pflegemaßnahmen begonnen werden.
Auf einer ca. 0,6 ha große Teilfläche die der Bund Naturschutz im Sommer 2008 erworben hat wurde bereits mit der Pflege begonnen.

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a_Moorwiese_Horst_Pritz

Als erste Maßnahmen soll auf den städtischen Gründstücken die Fichtenaufforstung beseitigt werden und die Entwässerungsgräben verschlossen werden. Um die Entwicklung standorttypischer Pflanzenarten zu unterstützen wird eine Begrünung mit Hilfe von samenreichem Streuwiesen-Mähgut (Herkunft Stadt Passau, Landkreise Passau und Deggendorf) erfolgen. Auch eine gezielte Ergänzung Wertbestimmender Pflanzenarten aus autochthonen Herkünften soll sukzessive erfolgen.
Der Bund Naturschutz ist überzeugt das dieses Projekt überregional Beachtung findet und ein Erfolg für den Arten- und Naturschutz wird.
Dank gebührt schon heute der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Passau allen voran der Fachkraft für Naturschutz Frau Isolde Zahlheimer.
Herzlichen Dank auch an OB Jürgen Dupper und dem Passauer Stadtrat für die Bereitstellung der Finanzmittel.

Das Erdbrüstmoor entwickelt sich

 Nach heftigen politchen Auseinandersetzungen konnten Ende 2008 die ersten Flächen des Erdbrüstmoores angekauft wurden.
Als erste Maßnahme wurden im Spätwinter 2008/09 die Fichten auf dem Hauptmoorkörper entfernt.

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Interessant war zu beobachten, dass nach Beseitigung der Bewaldung die Moorfläche schnell noch stärker vernässte.
Unterstützt wurde dies durch die häufigen Niederschläge in der ersten Jahreshälfte.
Wegen Unfallgefahr durch versinken mussten Warnschilder aufgestellt werden.
Bei einer Begehung im Frühsommer wurde als erstes „Highlight“ in einem Quellabfluss im bewaldeten Teil des Moorkörpers eine besondere Pilzart der „Roten Liste“ entdeckt.
Der Sumpfhaubenpilz ( Mitrula paludosa) bevorzugt sumpfige Lebensräume und wurde in Stadt und Landkreis Passau noch nicht nachgewiesen.

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Auf den gerodeten Flächen des Moores war im Laufe des Jahres eindrucksvoll zu beobachten wie sich durch die „Impfung“ mit Rechelgut und durch vorhandenes Saatgut das Moor rasch mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen begrünte.

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Mai 2010
bei einer Begehung findet Paul Kastner die seltene Mehlpriemel, (Primula farinosa)

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Noch im November wurde von der Stadt Passau begonnen den begradigten Bachlauf im westlichen Bereich des städtischen Gründstückes zu renaturieren. Der neu geschaffene Bachlauf mit großzügigen Mäandern hat wieder natürlichen Charakter. Noch aber ist nicht alles getan. Im zeitigen Frühjahr müssen weitere Entwässerungsgräben verschlossen werden und weitere Verbesserungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Die Ortsgruppe hofft dazu auf viele freiwillige Helfer.

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